Von Trauben und Samthandschuhen

Neben Bodenbeschaffenheit, Klima und konsequenter Anbaumethodik beeinflussen vor allem der Zeitpunkt der Lese und die Bedingungen unter denen die Beeren geerntet und gekeltert werden über die spätere Qualität des Weins.

Um den perfekten Moment der Ernte möglichst genau bestimmen zu können, sammeln wir in den letzten Wochen des Reifeprozesses immer wieder selektiv Beeren um sie zu pressen und verkosten. Überzeugt uns der so gewonnene Most geschmacklich, beginnen wir mit der Lese. Oberstes Augenmerk gilt von nun an dem schonenden Umgang mit den geernteten Trauben und Beeren. Es gilt, Verletzungen der Früchte weitestgehend auszuschließen um ungewollte Oxidations- oder Gärungsprozesse zu vermeiden, die unweigerlich zu geschmacklichen Einbußen führen würden. Geerntet wird in vergleichsweise kleinen 600 Liter Behältern, in denen die Trauben unter größtmöglicher Sorgfalt transportiert werden. Auf dem Weingut angekommen, lassen wir die Früchte zunächst für einige Stunden im eigenen Saft ziehen. So werden zahlreiche, während des Reifungsprozesses am Rebstock entstandene, essentielle Aromen aus den Schalen freigesetzt, die den Wein geschmacklich später intensiv bereichern und zu seiner charaktervollen Vielschichtigkeit beitragen. Während der eigentlichen Weinbereitung lassen wir den gewonnenen Most weitestgehend unbeeinflusst um einen optimalen Verlauf des mehrwöchigen Gärungsprozess sicher zu stellen.