Ideale Voraussetzungen und die Kunst des Feinschliffs – der Dreissigacker Aulerde Riesling 2019
Das Jahr 2019 brachte einen gemäßigten Sommer mit dem perfekten Maß an Licht und Wärme. Durch den moderaten Regen waren unsere tief wurzelnden Reben gut mit Wasser versorgt. Die Wetterlage, die mittelschweren Böden der Westhofener Aulerde und unsere konsequente Ertragsreduktion schufen beste Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum und kraftvolle Trauben. Damit die Rieslingbeeren genügend Zeit haben, ihre lagentypische Finesse zu entfalten, haben wir die Laubwand so gestaltet, dass die Trauben langsam und mit Ruhe heranreifen. Das Ergebnis gab uns recht: Reifes Lesegut mit einer wunderbaren Frische. Das Fundament eines herausragenden Rieslings. Um das volle Potenzial dieses von Natur und Handarbeit geschaffenen Aromas auszuschöpfen, gingen wir beim Ausbau mit viel Feingefühl vor. Die Beeren haben wir leicht mit den Füßen angetreten und ganz bewusst nur kurz mazerieren lassen. Danach wurden die Trauben schonend in zwei Druckphasen abgepresst. Damit stellten wir sicher, dass sie ihre natürliche Frische erhalten und wir gleichzeitig ihre Fülle und Kraft herausarbeiten. Anschließend ließen wir den Wein zu 100 Prozent spontan auf natürlichen Hefen im Edelstahl vergären. In weiteren anderthalb Jahre auf der Feinhefe entwickelte der Wein seine filigrane Säure, seine Würzigkeit und Komplexität weiter, um schließlich im Sommer 2021 als frischer, mineralischer und gleichzeitig dichter und fruchtbetonter Wein abgefüllt zu werden. Seitdem reift er in der Flasche.